Ein Gutes Neues Jahr

Photo (Pexels) by Quintin Gellar – High Angle View of Cityscape Against Cloudy Sky


Ein Neues Jahr ist kein Bruch – es ist die Fortsetzung Ihrer persönlichen Geschichte im Kreislauf der Jahreszeiten.

Ein Gutes Neues Jahr! – Allen Lesenden bei Johntext.

Wieder ist ein Jahr vorbei. Wie kann es sein, dass 365 Tage in einen Satz passen? Ein schönes Neues Jahr! Wir packen die Zukunft in den nächsten Satz und gleich die besten Wünsche dazu. Sprache ist ein biegsames Medium – wie Weizen auf dem Feld und ebenso nahrhaft. Wir formulieren Sätze und geniessen Worte und bündeln Wünsche – als Sender und Empfänger.

Wir hören Ein Gutes Neues Jahr und für jeden bedeutet es etwas anderes. Für die einen ist es eine Floskel – so wie man sich entschuldigt oder bedankt oder eine Flagge hisst und unter einem guten Stern segelt. Für die anderen ist es ein Gefäss mit dem Inhalt aller Geschehnisse eines Jahres. Für Kranke bedeutet ein Gutes Neues Jahr Besserung und gesund werden. Für Einsame neue Freundschaft oder belebte Liebe. Für Zufriedene Kontinuität. Ein Gutes Neues Jahr auch für unsere Ziele und Vorsätze. Was ist für Sie ein Gutes Neues Jahr?

Ein Gutes Neues Jahr – Platzhalter für individuelle Wünsche

Geld

Ein Element des alten und des neuen Jahres ist Geld. Geld regiert die Welt – sagt man. Wir lieben es – diesen Schlüssel zu allem, was sich kaufen lässt.

Und doch – es gibt ein sehr viel wertvolleres Gut das weit über Geld und dessen Möglichkeiten steht – der Schlüssel zu allem, der Generalschlüssel gewissermassen.

Schauen Sie sich um. Wenn Sie möchten. Sehen Sie, was diese Welt ausmacht? Geld hat sie nicht erschaffen. Geld ist ein Teil von ihr. Ein künstliches Zahlenkonstrukt – ausgedacht, um uns das Leben zu erleichtern. Und oft der Zaun, der uns unsere Grenzen aufzeigt und Menschen definiert:

– Wieviel ist meine Arbeit wert?
– Was kann ich mir leisten?
– Bin ich – tatsächlich oder gefühlt – erfolgreich?

Geld hat eine Nebenwirkung – eingeführt, um den Wert von Waren zu bestimmen und Handel zu erleichtern – führt es auch dazu, dass Menschen daran gemessen werden wieviel sie davon haben. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz offenbart uns in der Dezember Ausgabe die 300 Reichsten der Schweiz. Demnach besitzen diese zusammen 702 Milliarden Franken.

Menschen, die sich darauf programmiert haben aus Mehr noch Mehr zu machen. Aus Prinzip. Oder aus Spieltrieb.

Positive Effekte: Arbeitsplätze entstehen und bleiben erhalten. Grosse Beträge fliessen in die Gesundheits- und Altersforschung. Mehr Leben – längere Lebenserwartung – ermöglicht längeren Genuss am Spiel ums Mehr.

Negative Begleiterscheinung: Riesige Vermögen sind oft statisch in Händen von Menschen, die sparsam – ja oft geizig damit umgehen und entziehen diese dem Wirtschaftskreislauf. Aus Angst vor dem Risiko es zu verlieren. Verständlich. Durch Negativzinsen versucht man sie zu zwingen, Geldvermögen zu investieren und in den Wirtschaftskreislauf zurükzuführen.

Geld vermehrte sich auf Konten durch Zinsen zauberhaft. Und überstieg die tatsächliche im Umlauf befindliche Geldmenge um ein Mehrfaches. Ein Krisenszenario das das ganze System zum Kippen bringen könnte: Aufgeschreckt durch eine Hiobsbotschaft stürmen Sparer die Banken und versuchen ihr Geld abzuheben – diese müssen schliessen – all die Zahlen auf Kontoauszügen sind beeindruckend und virtuell und bezeugen wohl eine Schuld der Bank gegenüber den Kunden – aber nicht die Zahlungsfähigkeit der Bank (siehe dazu mein Artikel Martin Suters Neues Buch).

Sprache

Bei Geld denken wir an Währung und Reichtum. Sätze und Worte – Worte und Sätze sind die Universalwährung – gleichzeitig wertvoll und frei verfügbar und universell einsetzbar.

Die Universalwährung Sprache garantiert das Unmögliche. Wir lassen mit Worten weisse Friedenstauben auffliegen. Ein Gutes Neues Jahr bedeutet vielen zuerst Frieden und Sicherheit. Für die einen ist es der Weltfriede. Für andere der persönliche emotionale Waffenstillstand – die Beziehung zum Partner und ein ruhiges, angenehmes und inspirierendes Familienleben.

Lange bevor Tauschwährung und später Geld aufkam – redeten wir. Schien die Sonne, beschrieben wir den Zustand als warm. Brannte in der Höhle des Nachts das Feuer genossen wir es und wir nannten das zugehörige Gefühl wohlig und die Atmosphäre gemütlich.

So beschreibt Sprache alles, was geschieht und geschah. Und noch viel wichtiger – sie beschreibt alles, was geschehen wird.


Lange vor Harry Potter und noch lange danach gibt und gab es einen Bestseller – die Bibel. Ich bin nicht besonders gläubig im Sinne von jeden Sonntag in die Kirche gehen. Und doch gehen diese Geschichten inmitten all der Geschichtsfluten durch Social Media unter die Haut.

Wieso ist das so?

Diese Geschichten zeigen die Kraft des Glaubens. Ausgerichtet auf Gott. Und von Gott auf uns. Und von uns auf unsere Mitmenschen.

Kraft und Glauben

Jeder Physiker wird Ihnen erklären, dass Kraft und Energie für sich nichts ist – ausser sie bekommt eine Richtung und entfaltet Wirkung. Die Bibel zeigt, was wir längst ahnten – unsere Kraft wird im Glauben gebündelt. Und gleichzeitig neutralisiert: Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst.

Wieso?

Wir alle wissen, dass frisch Verliebte einige Jahre mit sich selbst beschäftigt sind und kaum nach aussen wirken. Die unglaubliche Kraft, die in jungen Jahren in uns schlummert und destruktiv wirken kann, wird durch Liebe neutralisiert. Gut so!

Und erkennen wir später, dass und wie wir diese Kraft zum Guten nutzen können bekommen wir Zugang zu ihr.

2015 durfte ich Al Imfeld in Zürich interviewen – ein begnadeter Journalist und Autor. Er wohnte an der Konradstrasse beim Hauptbahnhof. Er sagte im Interview etwas, wofür ihm im Mittelalter die Inquisition gedroht hätte: Der Gott sind wir. Nein, es war keine Aussage, er stellte eine Frage –> Seid ihr selbst der Gott?

Ich bewundere Menschen, die gläubig sind – egal welcher Religion sie angehören. Es ist als hätten sie mit dem Glauben ein unglaublich festes Fundament ihres Lebens errichtet. Sie gehen ihren Weg unbeirrbar.

Sprache und Glaube kombiniert

Und dann schaue ich mich um und sehe – es gibt Leben ohne nach aussen sichtbaren Glauben. Und Erfolg. Und Erfüllung. Wie kann das sein?

Es gibt Glauben innerhalb und ausserhalb der Religionen. Und das ist gut so.

Glauben ist ein Gefühl, sage ich mir also. Der Glaube, der in den Geschichten der Bibel steckt, besteht aus Gefühlen und Worten, die diese starken Gefühle transportieren.

Somit liesse sich die gleiche Kraft erzeugen und entnehmen, wenn konstante Gefühle mit Worten kombiniert werden – unsere eigenen Worte? In der Wiederholung gewinnt diese Kombination Kraft und Aussage.

Denken Sie nur an: Ich liebe dich!

Und schauen Sie sich um, was diese drei Worte geschaffen haben. Was Menschen aus Liebe zu ihrer Familie und ihrem Partner erreichen können. Ein Beispiel dafür ist das Foto das ich für diesen Beitrag gewählt habe.

Diese Kombination aus Wort und Gefühl ist unschlagbar. Alle unsere Erinnerungen sind im Bewusstsein und Unterbewusstsein abgelegt – gute wie schlechte. Und denken wir an etwas besonders Schönes – unsere erste Liebe, eine Reise an einen wunderschönen Ort, eine Begegnung mit einem besonderen Menschen – so durchströmt uns ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit und womöglich Euphorie.

Und ist die Gegenwart heute nicht so spektakulär – weder wetter- noch gefühlsmässig – geht es uns besser, wenn wir an diese besonderen Augenblicke der Vergangenheit denken und sie wieder fühlen.

Sprache ist weit mehr wert als Geld mit dem wir den Translator kaufen. Sie ist die universelle Währung, die uns Zugang zu geliebten Menschen und unsere Ziele schafft.

Sprache träufelt uns Ehrgeiz ein und Motivation. Sprache erzählt uns davon, wie andere Menschen vorgehen, um glücklich zu werden. Sprache heilt. Sprache tröstet. Sprache versöhnt.

Wenn Sie also das nächste Mal Sprache verwenden, sprechen, seien Sie sich der unglaublichen Kraft bewusst, die ihr innewohnt und die damit in Ihnen wohnt.

Eine Kraft, die Sie zum Guten verwenden können – egal was sie tun, egal wer Sie sind und egal wo Sie leben.

Und denken wir auch an jene, die so sensibel sind, dass sie uns nicht egal sein sollten. Jene, die an Sprache und unter unbedachten Worten anderer leiden.

Schauen Sie sich um – sehen Sie diese besonderen Menschen?

Die aus dem Kreislauf von Arbeit, Wohnung und Familie ausgetreten sind. Die unsere Sprache und deren Zwänge und Ansprüche nicht aushalten können …

Wieder ist ein Jahr vorbei – denkt oder sagt der Obdachlose und weiss gleichzeitig, ob es ein gutes Jahr für ihn war. Er verknüpft ein Gefühl mit dem Satz. Und dieses Gefühl steht für alles, was geschah. Quasi ein Statistikgefühl – die Durchschnittsbewertung. Witzig und erschütternd ist, dass wir Ein Gutes Neues Jahr wünschen und der Januar Obdachlosen in unseren Breitengraden zuerst Kälte bringt.

Das Leiden der Menschen in dieser Welt werden Sie nicht allein stoppen. Alle zusammen schaffen wirs. Lassen Sie sich nicht lähmen. Al Imfeld formulierte es 2015 im Interview so:

Mein Thema ist das Leiden der Menschen in dieser Welt. Das treibt mich um und an. Ich kann einfach nicht fassen, dass es so viel Elend in dieser Welt gibt.

Al Imfeld

Lassen wir uns nicht vom Anblick und dem Wissen um das Leiden in dieser Welt lähmen.

Beginnen Sie die Kraft der Worte zu nutzen – Ihrer Worte! Das sind Laute, die vom Atem, der uns Leben schenkt erzeugt werden.

Rückblick und Aussicht

Wirkich bewusst wurde mir die Kraft der Worte zum ersten Mal, als ich Claude Ribaux 2017 traf. Er bündelte die Summe aller positiven Ereignisse meines Lebens per Aktiv-Wach-Hypnose. Und richtete deren Energie auf meine Zukunft. Was dann geschah beschrieb er – mit meinem Einverständnis – auf einer seiner Webseiten.

Erfolgreiche Menschen sind diskret. Wer möchte schon verlautbaren: All das verdanke ich … . Das tönt ja so als hätte mans nicht selbst geschafft. Ich bin da anders: Zeige Deine Dankbarkeit.

Ich bin ein offener Mensch. Dachte mir: Einer bei dem sich Manager, Politiker und Sportler – die danach erfolgreich werden – coachen lassen, weiss wos langgeht. Und suchte ihn in seinem Büro in Zürich nahe Paradeplatz auf. Bingo.

Menschen, die ich bewundere bewegen Dinge und Mitmenschen. Durch gelebtes Beispiel. Wie Roland Wiederkehr. Im Oktober 2018 lud er eine Delegation aus Kroatien, Georgien und den USA zu einer Road Safety Week in die Schweiz ein. Die Schweiz ist Weltmeister bei der Verkehrssicherheit – so die Worte auf der Webseite der Kroaten. Im regen Austausch besuchten wir die Verkehrspolizei Zürich, Basel und die der Kantone Schwyz und Uri. Um zu lernen. Wie sich Menschenleben retten lassen.



Fazit:

Jeder Schweizer Autofahrende ist Lebensretter.

Warum? Geschwindigkeitsbeschränkungen und andere Massnahmen reduzieren tödliche Unfälle massiv.

Schier unmöglich nun alle aufzulisten, denen ich viel verdanke. Sind wir nicht alle das Ergebnis von anderen und deren Hilfe und Unterstützung? Ereignisse, die mit unserer Geburt beginnen. Eine Reihung von Wundern.

Oft können wir es nicht vergelten. Aber dafür anderen helfen. Sehen Sie im Neuen Jahr Ihre Ziele und Wünsche. Und gleichzeitig die Nöte anderer. Das wünsche ich Ihnen!

Ihr Hans-Jürgen John

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Gottfried Keller Stiftung – Die Schatzkiste des Bundes

Die Gottfried Keller Stiftung lud zur Vernissage ins Landesmuseum Zürich

Diabild bei Vernissage Glanzlichter der Gottfried Keller Stiftung


Glanzlichter der Gottfried Keller Stiftung

Das Landesmuseum Zürich (bis 22.04.2019) und das Museo d’arte della Svizzera italiana in Lugano (bis 28.07.2019) zeigen Werke der Gottfried Keller Stiftung.

Die Geschichte

Verheiratete Frau brennt mit ihrem Liebhaber durch.

Heutzutage reicht diese Meldung nicht einmal für die Klatschspalten der Yellow Press. Anno 1890 ein gesellschaftlicher Skandal. Zumal es sich um die Tochter vom Industriemagnaten Alfred Escher – die treibende Kraft hinter dem Bau des Gotthardtunnels – handelt. Lydia Welti-Escher ist die reichste Frau der Schweiz. Verheiratet mit Friedrich Emil Welti dem Sohn des mächtigsten Bundesrates.

Lydia Welti-Escher gemalt von Karl Stauffer

Die Affäre droht zum Skandal zu werden. Lydia Welti-Escher will die Scheidung. Womöglich will sie ihren Geliebten, den Porträtmaler Karl Stauffer heiraten – das ist Spekulation. Damals Grund genug an ihrer geistigen Verfassung zu zweifeln. Lydia Welti-Escher wird über Monate in der Psychiatrie in Rom „entsorgt“. Karl Stauffer wird eingekerkert. Letztlich wählen beide den Freitod.


Die Stiftung

Zuvor bringt Lydia Welti-Escher ihr Vermögen in eine Stiftung ein. Ihr Name ist aus Sicht der damaligen Gesellschaft negativ belastet. Für die Stiftung wählt sie den Namen Gottfried Kellers. Er ist ein Freund, verkehrte bei ihrer Familie und verstarb 1890.

Die Gottfried Keller Stiftung unterliegt seit Anbeginn der Aufsicht des Bundesrates. Eine vom Bundesrat bestellte fünfköpfige Kommission bestimmt über den Ertrag aus dem Stiftungsvermögen und die Art der Ankäufe. Sie wird alle vier Jahre gewählt.

Aktuell setzt sich die Eidgenössische Kommission der Gottfried Keller Stiftung zusammen aus:

Franz Zelger, (Präsident)

Verena Villiger Steinauer, Directrice, Musée d’art et d’histoire, Fribourg (Mitglied)

Hortensia von Roda, Geschäftsführerin und Kuratorin der Sturzenegger-Stiftung im Museum zu Allerheiligen (Mitglied)

Sylvie Wuhrmann, Directrice du musée Fondation de l’Hermitage à Lausanne (Mitglied)

Pascal Griener, Professeur ordinaire, Université de Neuchâtel (Mitglied)

Stiftungsurkunde der Gottfried Keller-Stiftung, 1890

Die Chance

Das ist der Stoff, von dem Romanautoren träumen, denke ich. Und erwäge, darüber zu schreiben. Keine Option bemerke ich früh. Würde man mein Werk doch mit dem Roman Ein Bild für Lydia von Paradeschriftsteller Lukas Hartmann (verheiratet mit Bundesrätin Simonetta Sommaruga) vergleichen – der diesen spannenden Stoff bereits bravourös verwertet hat.

19 Seiten von „Ein Bild für Lydia“ gratis als Online-Leseprobe beim Diogenes Verlag.

Das Jubiläum

2019 jähren sich die Geburtstage von Alfred Escher, dem Vater der Stifterin sowie von Gottfried Keller, dem Namensgeber der Stiftung, zum 200. Mal.
Die letzte grosse Ausstellung im Kunsthaus Zürich datiert von 1965. Deshalb soll die Sammlung und das Wirken der Gottfried Keller Stiftung nun einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Das Buch zur Ausstellung ist in der Boutique des Landesmuseums erhältlich.

Ein Essay des Kommissionspräsidenten Franz Zelger erzählt die Geschichte der Gottfried Keller-Stiftung und ihrer Ankäufe von der Gründung im Jahr 1890 bis heute.

Meisterwerke der Gottfried Keller- Stiftung

Mit Beiträgen von Heidi Amrein, Francesca Benini, Erika Hebeisen, Christian Hörack, Mylène Ruoss, Christian Weiss und Franz Zelger sowie Vorworten von Alain Berset, Tobia Bezzola und Andreas Spillmann.

216 Seiten, 106 farbige Abbildungen

ISBN 978-3-85881-629-0 (deutsche Ausgabe)

ISBN 978-3-85881-827-0 (édition française)

ISBN 978-8-77138-248 (edizione italiano)

Herausgegeben vom Schweizerischen Nationalmuseum, dem Museo d’arte della Svizzera italiana, Lugano, sowie dem Eidgenössischen Departement des Innern, Bundesamt für Kultur beim Verlag Scheidegger & Spiess.


Die Vernissage

Mit Freude und Begeisterung nehme ich am Abend des 13.02.2019 die Einladung zur Vernissage an. Als Privatperson. Sie findet im Landesmuseum Zürich am Hauptbahnhof am Vorabend der Ausstellungseröffnung statt. Das Landesmuseum Zürich fungiert seit 2011 als Teil des Schweizerischen Nationalmuseums.

Geladen ist ein kleiner Kreis von Gönnern, Sponsoren und herausragenden Persönlichkeiten. Erst im Nachhinein drängt es mich über den Event, die Gottfried Keller Stiftung und die tragische Liebesgeschichte ohne Happy End auf Johntext zu berichten.

Näheres zur Ausstellung auf der Webseite des Nationalmuseums.

Vernissage Glanzlichter der Gottfried Keller Stiftung am 13.02.2019 – Foto: Hans-Jürgen John

Im offiziellen Teil der Vernissage schildern die Vortragenden Wissenswertes zur Stiftung, deren Geschichte und die finanzielle Situation.

  • Andreas Spillmann, Direktor Schweizerisches Nationalmuseum
  • Franz Zelger, Präsident Eidgenössische Kommission der Gottfried Keller Stiftung und emeritierter Ordinarius Universität Zürich
  • Isabelle Chassot, Direktorin Bundesamt für Kultur
  • Christian Weiss, Ausstellungskurator

Ein Bild von Lydia Welti-Escher und Gottfried Keller machen sich die Besuchenden eingangs der Ausstellung – beide von Karl Stauffer gemalt.

Es ist ergreifend wie aus einer persönlichen Tragödie etwas so Wunderbares wie der Schutz und Erhalt Schweizer Kunst im grossen Stil resultiert. Die Namen beider und ihr Schicksal bleiben so an der Oberfläche Schweizer Kunstgeschichtsschreibung präsent. Die Kraft ihrer Liebe schuf letztlich in der Stiftung ein Gedankenkind.

Lydia Welti-Escher auf Wikipedia.

Weitere Einzelheiten der Ausstellung möchte ich nicht preisgeben. Wo bleibt denn da die Spannung. Das ist ja so, als würde eine Freundin einem den Inhalt eines Buches erzählen – und dann hätte man keine Lust mehr es selbst zu lesen …


Die Investition

Immer wieder lese ich von Geboten in Millionenhöhe auf Kunstauktionen. Kunst ist eine sehr beliebte Sparte für Investitionen. Das Ziel ist Return of Investment. Das derzeit teuerste Gemälde – laut Spiegel Online nicht mehr in allerbestem Zustand wird 2017 bei Christie’s versteigert: Leonardo da Vincis Salvator Mundi wechselt für umgerechnet 381,6 Millionen Euro den Besitzer.

Einer Veräusserung zum besten Preis ist der Bund als Inhaber der Werke der Gottfried Keller Stiftung nicht verpflichtet – er soll Schweizer Kunst bewahren.
Das Ziel der Gottfried Keller Stiftung ist klar definiert:

Lydia Welti-Escher vermachte der Eidgenossenschaft 1890 einen grossen Teil ihres Vermögens mit dem Auftrag, aus den Erträgen bedeutende Werke der bildenden Kunst zugunsten der Schweizer Museen anzukaufen.
Quelle: Homepage der Gottfried Keller-Stiftung

Nur konnte sie damals nicht ahnen, dass mehrere Weltwirtschaftskrisen und die Unwägbarkeiten und Risiken jeder Anlage das Vermögen angreifen und die Erträge schmelzen lassen.

Manche reden von Misswirtschaft der Gottfried Keller Stiftung. Weil das Kapital angegriffen und nicht nur von den Erträgen Kunst erworben wurde.

Andererseits steigen bekanntermassen die Renditen im Kunstmarkt – in vorliegendem Fall seit 130 Jahren. Es wurde in Werte investiert sowohl finanziell als kunsthistorisch.
Es handelt sich um Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Goldschmiedeobjekte –> Auch durch Rückkäufe aus dem Ausland eröffnen die Werke den Zugang zu 1000 Jahren Schweizer Kunstschaffens.

Die 6.500 Werke der Sammlung werden 2008 mit 500 Millionen bis 1.5 Mrd geschätzt.
Quelle: Antwort des Bundesrates vom Dezember 2008 auf eine Anfrage vom damaligen Nationalrat und heutigem Zürcher Stadtrat Filipo Leutenegger zur finanziellen Situation der Gottfried Keller Stiftung. 

Hat der Bundesrat 2008 noch von 8.500 Werken geschrieben – sind es in den meisten Publikationen heute 6.500. Ist das Schwund? Nein. Die Sammlung hat gegen 6.500 Inventarnummern. Teilweise stecken aber sehr viele Unternummern hinter einer Inventarnummer (z.B. bei Fotografien). Beide Zahlen sind richtig – es kommt darauf an, wie einzelnes Werk definiert ist.

Wieviel die Sammlung wohl heute wert ist? Kunstwerke, die dem Markt entzogen sind dürften die Nachfrage und damit den Preis in exorbitante Höhen schnellen lassen.

So manche Sammelnden die sich auf eine Kunstrichtung oder einzelne Künstler spezialisiert haben bezahlen was die Portokasse hergibt, wenn das i-Tüpfelchen ihrer Sammlung noch fehlt.

Wie es mit der Gottfried Keller Stiftung weitergeht ist offen. Es ist wünschenswert, dass Schweizer Kunst weiterhin durch Rückkäufe aus dem Ausland geschützt und der Nachwelt erhalten bliebt. Dazu sind finanzielle Anstrengungen nötig.


Der Kunstgenuss

In über 100 Museen als Dauerleihgabe ist die Sammlung öffentlich einsehbar. Um Interessierten die Exponate in Bauten der Verwaltung, in Depots und Botschaften – die nicht öffentlich zugängig sind – zu zeigen wurde begonnen, diese online zu stellen.

Seit Ende 2018 sind Werke der Sammlung der Gottfried Keller Stiftung auf der online-Plattform «E-Pics» der ETH Zürich aufgeschaltet.

Vielen herzlichen Dank an das Schweizerische Nationalmuseum
für die Erlaubnis zur Verwendung der Fotos.

Zum Schweizerischen Nationalmuseums gehören: das Landesmuseum Zürich, das Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte Schwyz sowie das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis.

Diese Museen zeigen Schweizer Geschichte bis heute und erschliessen die schweizerischen Identitäten und die Vielfalt von Geschichte und Kultur.

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